Deutschlands wichtigste Giftpflanzen

Abbildung - Tollkirsche

Tollkirsche (Átropa Belladónna L.)

Die Tollkirsche (auch Teufelskirsche, Wutkirsche, Wolfswut, Tollkraut, Tollbeere, Bockswurz, Schlafbeere oder Saukraut) gehört zu den Nachtschattengewächsen (Solaneen) und in die 5. Linnésche Klasse.

Beschreibung

Dieses unheimliche Gewächs bildet einen ausdauernden, bis 1,50 m hohen, buschigen Strauch. Der bräunliche Stängel teilt sich nach oben hin gabelig und ist, wie Blätter und Kelch, mit weichen Drüsenhaaren besetzt. Die Blätter sind eirund, kurz gestielt, in den Blattstiel herablaufend. Die Oberen stehen meist zu zweien und sind verschieden groß. Ihre unteren Flächen sind, wenigstens an den Nerven, behaart. Die gestielten, nickenden Blüten stehen meist einzeln, seltener zu zweien in den Blattwinkeln. Die Krone der Blüte ist fünflappig (Fig. 1), walzig-glockig, am Saum meist schmutzig violett-braun und am Grund grünlich-gelb gefärbt. In ihr stehen fünf Staubfäden (Fig. 2) mit gebogenen Stielen und ein Griffel (Fig. 3). Die Frucht ist eine anfangs grüne, später glänzend schwarzviolette Beere (Fig. 4), die inmitten der fünf bleibenden Kelchblätter sitzt. Fig. 5 zeigt den Längsschnitt und Fig. 6 den Querschnitt derselben.

A blühender Zweig; 1. Blumenkrone, aufgerollt, vergrößert; 2. Staubfaden, vergrößert; 3. Stempel mit Fruchtknoten im Längsschnitt; 4. reife Beere mit Kelch; 5. Längsschnitt der Beere; 6. Querschnitt der Beere

Blütezeit

Juni bis Juli

Vorkommen

vereinzelt in Bergwäldern, nach Süden zu wird sie im Gebiet häufiger

Name

Der erste wissenschaftliche Name unserer Pflanze ist von der griechischen Átropos abgeleitet. Átropos ist eine der drei Moiren oder Parzen. Nach der griechischen Götterlehre bestimmen Letztere unter dem Bild des Spinnens jedes Menschen Lebensschicksal, und zwar spinnt Klotho den Lebensfaden an, Lachesis zieht ihn aus und Átropos schneidet ihn ab. Den Beinamen Belladónna (schöne Dame) erhielt die Pflanze, weil der Saft der Beeren früher als Schönheitsmittel Verwendung fand.